This website requires JavaScript.

Procurement

Der englische Begriff Procurement (deutsch: Einkauf oder Beschaffung) ist ein Teilbereich des Supply Chain Management und bezeichnet den Prozess der Identifizierung, Vorauswahl, Auswahl und des Erwerbs geeigneter Produkte und Dienstleistungen, wobei die rechtzeitige Lieferung in der richtigen Qualität und Quantität gewährleistet wird.

Procurement ist also die Beschaffung von Waren oder Dienstleistungen, üblicherweise für unternehmerische Zwecke. Der Begriff „Procurement“ wird meist mit Unternehmen in Verbindung gebracht, da diese in der Regel in relativ großem Umfang Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder Waren einkaufen müssen.

Warum ist Procurement wichtig?

Für das Verständnis der Lieferkette (Supply Chain) ist die Beschaffung ein wichtiger Schritt, denn sie hilft Unternehmen, zuverlässige Lieferanten zu finden, die Waren und Dienstleistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten können, die den Anforderungen des Unternehmens entsprechen.

Das Beschaffungswesen ist eine essenzielle Unternehmensfunktion, weil sie sich direkt auf die Gewinnmarge auswirkt. Um rentabel zu sein, müssen die Kosten für die Beschaffung von Waren unter dem Betrag liegen, für den die Waren verkauft werden. Ein wesentlicher Aspekt bei der Verbesserung der Beschaffungsprozesse ist also die Kostensenkung.

Procurement vs. Einkauf vs. Sourcing: Die Unterschiede im Überblick

Procurement, Einkauf und Sourcing werden oft verwechselt, doch jeder Begriff eine eigene Bedeutung. Während Procurement den gesamten strategischen Beschaffungsprozess umfasst, ist Einkauf die operative Bestellabwicklung und Sourcing die gezielte Lieferantensuche. Die Tabelle zeigt die Unterschiede:

Procurement (Beschaffung)Einkauf (Purchasing)Sourcing (Lieferantensuche)
FokusStrategisch, ganzheitlicher Prozess (End-to-End)Operativ, transaktionalStrategisch, Lieferantenanalyse
ZeitrahmenLangfristig (Quartale, Jahre)Kurzfristig (Tage, Wochen)Mittelfristig (Wochen, Monate)
AufgabenBedarfsanalyse, Vertragsverhandlungen, Lieferantenmanagement, RisikomanagementBestellung auslösen, Wareneingang prüfen, Rechnung bezahlenLieferantenrecherche, Angebotsvergleich, Qualitätsprüfung
ZielKostenoptimierung, Supply-Chain-Stabilität, ComplianceSchnelle Beschaffung zum vereinbarten PreisBeste Lieferanten für langfristige Partnerschaften finden

Ein typischer Procurement Ablauf

Je nach Unternehmen sind die genauen Einkaufsprozesse unterschiedlich, da jedes Unternehmen seine eigenen Anforderungen, Bedürfnisse und Präferenzen hat. Wir wollen uns nun ein typisches Beispiel für den Ablauf ansehen:

  1. Identifizierung von Geschäftsbedürfnissen: Manager und andere Beteiligte arbeiten zusammen, um herauszufinden und zu rechtfertigen, was sie kaufen müssen.

  2. Einreichung eines Kaufantrags: Dieser meldet, dass ein Bedarf besteht. Die Abteilung, die den Einkauf leitet, kann den Antrag dann genehmigen oder ablehnen. Wird die Anfrage genehmigt, kann das Beschaffungsteam einen Lieferanten auswählen und den Kauf tätigen.

  3. Bewertung und Auswahl von Lieferanten: Anhand einer detaillierten Auflistung der Anforderungen und einer genehmigten Kaufanfrage kann nun der passende Lieferant gefunden und eine Angebotsanfrage gestellt werden - das ist eine Anfrage, die das Einkaufsteam an potenzielle Lieferanten sendet, um ein Angebot zu erhalten.

  4. Vertragsverhandlungen: Das Unternehmen verhandelt mit dem Lieferanten über die Preise und Bedingungen. Sobald die endgültigen Bedingungen festgelegt sind, ist es wichtig, sie schriftlich festzuhalten.

  5. Bestellung: Es wird im nächsten Schritt eine Purchase Order (PO), also eine Bestellung erstellt und an den Lieferanten gesendet. Diese sollte so detailliert sein, dass die benötigten Dienstleistungen oder Waren genau angegeben werden können und der Lieferant in der Lage ist, die Bestellung auszuführen.

  6. Ankunft und Kontrolle der Ware: Es gilt sicherzustellen, dass alles so geliefert wird, wie es in der Bestellung angegeben ist, und dass die Qualität die Erwartungen entspricht

  7. Kreditorenbuchhaltung: Die Kreditorenbuchhaltung vergleicht die Bestellung, den Auftragseingang und die Rechnung, um zu gewährleisten, dass die erhaltenen Waren oder Dienstleistungen mit der Bestellung übereinstimmen, und um zu verhindern, dass nicht autorisierte oder fehlerhafte Rechnungen bezahlt werden.

  8. Zahlung: Freigabe der Rechnung und Anordnung der Zahlung, wenn alles korrekt ist.

  9. Aufbewahrung von Belegen: Im Falle eines Audits, für steuerliche Zwecke und zur Bestätigung der Produktgarantie ist es wichtig, alle ordnungsgemäßen Unterlagen aufzubewahren.

  10. Pflege der Geschäftsbeziehungen: Ziel ist es, zwischen dem Unternehmen und seinen Lieferanten eine für beide Seiten vorteilhafte Beziehung aufzubauen, in der beide Parteien ihre Ziele erreichen können.

Procurement im Unternehmen

Auch wenn die Beschaffung eine wichtige und umfassende Funktion ist, verfügen nicht alle Unternehmen über ein entsprechendes Procurement Management Team. In kleineren Unternehmen ist in der Regel das Finanzteam für die Beschaffungsfunktion zuständig, während größere Unternehmen mit komplexeren Beschaffungsanforderungen möglicherweise ein eigenes Team mit Procurement Manager in der Einkaufsabteilung beschäftigen.

An der Spitze dieser Teams stehen meist die Chief Procurement Officers (CPO), die in der Regel auch dem Vorstand angehören und mit dem Chief Financial Officer (CFO) zusammenarbeiten.

Die Hauptaufgabe eines Procurement Managers besteht darin, Faktoren wie Qualität, Quantität, Zeit und Standort kontinuierlich zu bewerten und gleichzeitig Verhandlungen zu führen, um den besten verfügbaren Preis (und damit Einsparungen) für das Unternehmen zu erzielen.

Die 5 wichtigsten Procurement-Strategien

  1. Strategische Beschaffung (Strategic Sourcing): Langfristige Lieferantenpartnerschaften, Fokus auf Qualität und Risikominimierung statt nur Preis.

  2. Global Sourcing: Internationaler Einkauf zur Kostensenkung, erfordert aber Risikomanagement (Währungsschwankungen, Lieferzeiten).

  3. Just-in-Time-Beschaffung (JIT): Materialien werden exakt bei Bedarf geliefert, reduziert Lagerkosten, erhöht aber Abhängigkeit von Lieferanten.

  4. Category Management: Beschaffung wird nach Warengruppen (z. B. IT, Marketing, Facility) organisiert, mit spezialisierten Einkäufern pro Kategorie.

  5. Nachhaltige Beschaffung (Sustainable Procurement): Integration von ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Governance) in Lieferantenauswahl und Vertragsbedingungen.

Welche Strategie ist die richtige für Sie? Lesen Sie unseren Artikel "So entwickeln Sie 2026 eine erfolgreiche Beschaffungsstrategie".

E-Procurement

E-Procurement oder Digital Procurement beschreibt den Prozess des Online-Einkaufs. Wenn sie richtig umgesetzt wird, erleichtert eine Procurement-Lösung die Kommunikation mit den Lieferanten, indem sie eine direkte Verbindung über Angebote, Bestellungen, E-Mails und mehr herstellt. Unternehmen, die umfangreiche Lieferungen benötigen, können eines integriertes ERP-System (Enterprise Resource Planning) z.B. von SAP nutzen.

Vor allem die Lieferanten sehen die Vorteile von der Einführung einer solchen E-Procurement Software für Ausschreibungen. Die Prüfung von Anfragen und Angeboten und die Abgabe von Geboten im Wettbewerb ist eine viel effizientere Art der Kommunikation.

Mithilfe von digitalen Lösungen lassen sich also manuelle Prozesse dank künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen automatisieren, um Zeit zu gewinnen und menschliche Fehler zu vermeiden - manchmal sogar vollständig zu eliminieren. Folglich kann also das Unternehmen beträchtliche Summen sparen, da es kostspielige Fehler vermeidet, die bei der manuellen Bearbeitung von Bestellungen und Papierkram auftreten können.

Auch sich wiederholende Aufgaben lassen sich reduzieren, damit sich die Fachleute auf wichtigere Aspekte des Geschäfts konzentrieren können. Die digitale Transformation macht also auch vor Procurement keinen Halt und hilft Unternehmen dabei, die Produktivität über die Fertigungslinie hinaus zu steigern.

Für Unternehmen, die bestrebt sind, ihre Gewinne zu maximieren und ihre Abläufe zu verbessern, kann die elektronische Beschaffung eine praktische und profitable Option sein.

Bereit für den nächsten Schritt? Nutzen Sie moderne Tools wie Spendesk, um Ihren Einkaufsprozess effizienter, transparenter und wirtschaftlicher zu gestalten.

Möchten Sie Ihre Beschaffungsprozesse verbessern?

Mit Spendesk erhalten Sie volle Kontrolle und Transparenz über Ihre Unternehmensausgaben.

Jetzt testen

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Procurement

Procurement (deutsch: Beschaffung) bezeichnet den gesamten Prozess der Bedarfsermittlung, Auswahl, Bestellung und Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen in einem Unternehmen.

Während der Einkauf meist auf den operativen Bestellvorgang beschränkt ist (Bestellung auslösen, Ware empfangen, Rechnung bezahlen), umfasst Procurement den vollständigen strategischen Beschaffungsprozess. Dazu gehören Bedarfsanalyse, Marktforschung, Lieferantenauswahl, Vertragsverhandlungen, Risikomanagement und Genehmigungsworkflows.

Procurement ist langfristig ausgerichtet und zielt auf nachhaltige Kostenoptimierung und Lieferantenpartnerschaften ab, während Einkauf eher transaktional und kurzfristig agiert.

Direkte Beschaffung betrifft Materialien und Komponenten, die direkt in die Produktion oder das Endprodukt einfließen – zum Beispiel Rohstoffe, Bauteile oder Halbfertigprodukte.

Indirekte Beschaffung umfasst alle Ausgaben, die den Geschäftsbetrieb unterstützen, aber nicht ins Produkt eingehen: Software-Lizenzen, Bürobedarf, Beratungsdienstleistungen, Marketing-Services oder Facility Management. Beide Bereiche erfordern unterschiedliche Strategien, da direkte Beschaffung oft volumenbasiert und indirekte Beschaffung stärker dezentralisiert ist.

Ein klar definierter Procurement-Prozess sorgt für mehr Effizienz, Transparenz und Kostenkontrolle im gesamten Unternehmen. Er verhindert Maverick Buying (ungenehmigter Einkauf), reduziert Doppelbestellungen und stellt sicher, dass alle Ausgaben genehmigt und nachvollziehbar sind.

Zudem minimiert ein strukturierter Prozess Compliance-Risiken, verbessert die Lieferantenqualität durch klare Auswahlkriterien und schafft Datengrundlagen für strategische Entscheidungen. Unternehmen mit standardisierten Procurement-Workflows erzielen nachweislich 10-20 % Kosteneinsparungen.

E-Procurement ist die digitale Abwicklung von Beschaffungsvorgängen, etwa über Softwarelösungen zur Verwaltung von Anfragen, Bestellungen und Rechnungen.

Unternehmen nutzen verschiedene Tools je nach Größe und Anforderungen. Integrierte ERP-Systeme wie SAP Ariba oder Oracle Procurement Cloud decken den gesamten Procure-to-Pay-Prozess ab. Spezialisierte Ausgabenmanagement-Plattformen wie Spendesk bieten E-Procurement-Funktionen kombiniert mit Ausgabenmanagement, Kartenverwaltung und Buchhaltungsintegration.

Weitere Tools umfassen Lieferantenmanagement-Software, E-Auktionsplattformen und Vertragsmanagement-Systeme. Die Wahl hängt von Budget, Integrationsanforderungen und gewünschtem Automatisierungsgrad ab.

Finden Sie die beste Lösung für Ihr Unternehmen

Testen Sie smartes Spend Management mit Spendesk.

Jetzt smart und sicher bezahlen

Der Einstieg ist ganz einfach.