BWA erstellen: Betriebswirtschaftliche Auswertung in Kürze

Isabelle Beyer

Die betriebswirtschaftliche Auswertung (kurz BWA) ist für viele Unternehmen und Finanzteams ein unverzichtbares Tool, um die finanzielle Gesundheit und die betriebliche Leistung im Blick zu behalten. Sie liefert essenzielle Kennzahlen, die Sie als Grundlage für fundierte Entscheidungen nutzen können – von Kostenoptimierung bis hin zur strategischen Ausrichtung.

In diesem Artikel führen wir Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Informationen rund um die betriebswirtschaftliche Auswertung und zeigen, wie Sie das Beste aus Ihr herausholen können.

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Betriebswirtschaftliche Auswertung – was ist das?

Eine betriebswirtschaftliche Auswertung ist ein Dokument, das monatlich die finanzielle Lage eines Unternehmens abbildet und wichtige Kennzahlen enthält. Sie wird meist aus den aktuellen Daten der Buchhaltung erstellt und bietet einen schnellen Überblick über die finanzielle Situation, insbesondere die Liquidität und Rentabilität.

Wer muss eine BWA erstellen? 

Prinzipiell ist die betriebswirtschaftliche Auswertung für Unternehmen aller Größen und Branchen hilfreich und kann zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige und Unternehmen mit Bankverbindungen sind gut beraten, regelmäßig eine BWA zu erstellen – häufig wird sie sogar von Banken oder Investoren angefragt, um die Bonität eines Unternehmens zu bewerten.

Gibt es eine Pflicht zur betriebswirtschaftlichen Auswertung in Deutschland?

In Deutschland gibt es keine gesetzliche Verpflichtung zur Erstellung einer BWA. Dennoch ist sie in der Praxis ein gängiges Instrument und gilt als unverzichtbar für Unternehmen, die ihre finanzielle Lage jederzeit im Griff haben wollen. Banken und Kreditinstitute setzen oft eine aktuelle Auswertung voraus, bevor sie Kredite gewähren oder verlängern.

Kennzahlen in der BWA

Eine betriebswirtschaftliche Auswertung liefert zahlreiche betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die Ihnen helfen, das Unternehmen zu analysieren. Diese Kennzahlen können je nach Branche und Unternehmen variieren, hier sind jedoch einige der wichtigsten:

  • Umsatz: Der Gesamtbetrag, den das Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum eingenommen hat.

  • Kostenstruktur: Die Aufteilung der Kosten, z. B. Material-, Personal- und Sachkosten.

  • Betrieblicher Rohertrag: Der Unterschied zwischen den Einnahmen und den Materialkosten – zeigt die Profitabilität der Produktion.

  • Ergebnis vor Steuern: Gibt Auskunft über den Gewinn des Unternehmens vor steuerlichen Abzügen.

  • Deckungsbeitrag: Wie viel bleibt nach Abzug variabler Kosten übrig? Dies ist wichtig, um die Rentabilität einzelner Produkte oder Dienstleistungen zu bewerten.

  • Betriebsergebnis: Das Ergebnis aus der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), das den operativen Gewinn widerspiegelt.

  • Neutrale Erträge und Aufwände: Diese kommen aus Quellen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, wie sonstige betriebliche Erlöse.

  • Zinsen und Steuern: Die Zinsaufwendungen und Steuerzahlungen, die das Unternehmen tätigen muss.

Neben diesen klassischen Kennzahlen können auch folgende weitere Kennzahlen hilfreich sein:

  • Liquiditätskennzahlen: Wie der Cashflow oder die Liquidität 1. Grades, die eine genauere Auskunft über die kurzfristige Zahlungsfähigkeit geben.

  • Eigenkapitalquote: Diese Kennzahl misst den Anteil des Eigenkapitals am gesamten Kapital des Unternehmens. Sie gibt einen Hinweis auf die finanzielle Stabilität.

  • Return on Investment (ROI): Eine wichtige Kennzahl zur Messung der Rentabilität im Verhältnis zum investierten Kapital. Diese ist besonders bei Investitionsentscheidungen von Bedeutung.

  • Working Capital: Die Differenz zwischen kurzfristigen Vermögenswerten und kurzfristigen Verbindlichkeiten, um die finanzielle Flexibilität zu messen.

Diese Kennzahlen bieten eine solide Grundlage für strategische und operative Entscheidungen. Sie legen die Schwächen und Stärken sowie das Optimierungspotenzial offen.

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Arten der BWA

Je nach Fokus und Detaillierungsgrad gibt es verschiedene Arten der betriebswirtschaftlichen Auswertung, die auf spezifische Anforderungen zugeschnitten sind:

  • Standard-BWA: Die meistgenutzte Form, die eine schnelle Übersicht über Umsatz, Kosten und Ergebnis bietet.

  • Branchen-BWA: Speziell auf bestimmte Branchen zugeschnitten, z. B. Bau oder Handel. Die Kennzahlen sind an die Anforderungen der jeweiligen Branche angepasst.

  • Kostenstellen-BWA: Eignet sich für größere Unternehmen mit verschiedenen Abteilungen oder Geschäftsbereichen, um einzelne Bereiche besser zu analysieren.

  • Liquiditäts-BWA: Fokus auf die Liquidität des Unternehmens – zeigt, ob und in welchem Umfang das Unternehmen seine Verbindlichkeiten bedienen kann

Zusätzlich gibt es weitere spezifische BWA-Varianten, die sich auf besondere Aspekte der Unternehmensführung konzentrieren, z.B.:

  • Kurzfristige Erfolgsrechnung: Diese Art der BWA gibt Auskunft über den Gewinn oder Verlust innerhalb eines kurzen Zeitraums (z. B. monatlich oder vierteljährlich) und ist besonders relevant für die kurzfristige Steuerung und Liquiditätsplanung.

  • Bewegungsbilanz: Eine Darstellung der Veränderungen der Bestände und Eigenkapitalpositionen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Sie hilft, die Vermögensentwicklung und -struktur des Unternehmens besser zu verstehen.

  • Statische Liquidität: Diese Form der BWA gibt Auskunft über die kurzfristige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens, indem sie die Verfügbarkeit liquider Mittel in Bezug auf die kurzfristigen Verbindlichkeiten abbildet.

Die Wahl der passenden BWA hängt von den Anforderungen und Zielen des Unternehmens ab und kann gegebenenfalls mit dem/der Steuerberater:in besprochen werden.

Das sind die Vorteile einer BWA

Eine BWA bietet zahlreiche Vorteile, die sowohl kurzfristige als auch langfristige Entscheidungen unterstützen. Hier einige zentrale Vorteile auf einen Blick:

  • Zeitnahe Übersicht über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens.

  • Frühzeitiges Erkennen von finanziellen Engpässen und Schwachstellen.

  • Erleichterung von Bankgesprächen und Finanzierungsverhandlungen.

  • Basis für Investitionsentscheidungen.

  • Hilft bei der Budgetplanung und -kontrolle.

Die regelmäßige Nutzung sorgt dafür, dass Sie jederzeit eine klare Vorstellung von der finanziellen Lage Ihres Unternehmens haben und rechtzeitig reagieren können.

Eine BWA erstellen – so geht’s

Die Erstellung einer betriebswirtschaftlichen Auswertung kann komplex wirken, doch mit einem klaren Ablauf und den richtigen Tools ist es machbar. Hier der Prozess im Überblick:

  • Zugriff auf die Buchhaltungsdaten: Die Daten der laufenden Buchhaltung sind die Grundlage jeder BWA.

  • Vorbereitung und Auswahl der BWA-Art: Je nach Ziel und Unternehmensstruktur die passende Art der BWA wählen.

  • Analyse der Kennzahlen: Die wichtigsten Kennzahlen wie Umsatz, Kosten und Ergebnis prüfen.

  • Ergebnisinterpretation und Planung: Die Ergebnisse analysieren und als Basis für zukünftige Entscheidungen nutzen

BWA selbst erstellen

Eine BWA können Sie selbst mithilfe der Finanzsoftware Ihres Unternehmens erstellen. Viele Buchhaltungsprogramme, wie DATEV, bieten Funktionen zur automatisierten BWA-Erstellung. 

Falls die Software kein BWA-Tool beinhaltet, lassen sich Kennzahlen oft mit Excel oder Google Sheets erfassen und analysieren. Ein:e Steuerberater:in kann bei der korrekten Interpretation und Anpassung der BWA unterstützen.

BWA lesen: Die monatliche Analyse auslesen

Die BWA ist nur dann wirklich wertvoll, wenn die Daten auch richtig interpretiert werden. Achten Sie daher unbedingt auf folgende Punkte:

  • Vergleich mit den Vorperioden: Vergleichen Sie das vorläufige Ergebnis mit den Werten aus den Vormonaten oder -jahren, um Trends zu erkennen.

  • Abweichungen analysieren: Wesentliche Abweichungen zu Planungen oder Erwartungen sollten identifiziert und hinterfragt werden.

  • Kennzahlen im Blick behalten: Einzelne Kennzahlen wie die Liquidität oder den Deckungsbeitrag regelmäßig prüfen.

Wie Spendesk bei einer BWA helfen kann

Eine präzise und zeitnahe betriebswirtschaftliche Auswertung setzt voraus, dass alle Unternehmensausgaben lückenlos erfasst und analysiert werden können. Hier kommt Spendesk ins Spiel: Als innovative Plattform für das Ausgabenmanagement bietet Spendesk Finanzteams die Möglichkeit, Unternehmensausgaben in Echtzeit zu überwachen und zu verwalten. Die automatisierten Prozesse erleichtern die Erfassung und Kategorisierung von Transaktionen, wodurch das Finanzteam stets auf aktuelle Daten zugreifen kann – eine ideale Grundlage!

Mit Spendesk können Sie:

  • Ausgaben in Echtzeit kontrollieren: Alle Transaktionen werden sofort erfasst und übersichtlich dargestellt, was die Vorbereitung der BWA vereinfacht und beschleunigt.

  • Transparenz in den Finanzfluss bringen: Spendesk ordnet alle Ausgaben automatisch den passenden Kategorien zu und liefert klare Reports, sodass Sie Ihre BWA präzise und schnell erstellen können.

  • Budgetplanung optimieren: Die detaillierte Übersicht der Ausgaben hilft Ihnen dabei, Budgets einzuhalten und finanzielle Engpässe frühzeitig zu erkennen.

  • Kollaboration im Team stärken: Mit Spendesk können Teammitglieder ihre Ausgaben einreichen und genehmigen lassen, ohne dass das Finanzteam den Überblick verliert – ein Pluspunkt für eine übersichtliche BWA.

Profitieren Sie von Spendesk und holen Sie mehr aus Ihrer BWA heraus! Fordern Sie jetzt eine kostenlose Demo an und erfahren Sie, wie Spendesk Ihr Finanzmanagement und die Erstellung Ihrer BWA effizienter gestalten kann.

Fazit

Eine betriebswirtschaftliche Auswertung bietet Ihnen ein wichtiges Instrument für Ihre Unternehmenssteuerung. Mit regelmäßiger Analyse und der passenden Software können Sie Ihre finanzielle Planung optimieren und frühzeitig reagieren, wenn sich finanzielle Engpässe ankündigen. 

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, welche Art der BWA für Ihr Unternehmen am besten passt, sprechen Sie mit Ihrem/Ihrer Steuerberater:in – er oder sie kann Ihnen bei der Auswahl und Interpretation unterstützen.

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